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Portrait eines Kinderheimes, das von Krik? Krak! unterstützt wird

Die Armut Haitis zieht eine ungezählte Masse von Kindern nach sich, die entweder ihre Eltern verloren haben oder die von ihren Eltern ausgesetzt wurden, da diese einfach nicht über die Mittel verfügen, ein Kind zu ernähren. Oftmals sind die Väter unbekannt und für die Mütter ist es eine Frage des eigenen Überlebens, kein Kind groß ziehen zu müssen. Viele dieser Kinder leben auf der Strasse. Die etwas glücklicheren unter ihnen wurden entweder aufgefunden oder im Kinderheim abgegeben.

Die Anzahl der Kinderheime allein in der Hauptstadt sind unbekannt. Jeder Stadtteil hat allerdings mindestens eine Einrichtung, die sich um Kinder kümmert. Die wenigsten Häuser sind registriert, viele, aber lange nicht alle, haben Kirchen oder private Initiativen gefunden, die sie mit dem allernötigsten unterstützen. Nur wenige haben es in die Netzwerke der großen bekannten Organisationen geschafft. Nicht selten kommt es vor, dass die Bereitschaft, ein paar Kinder aufzunehmen, in einem nicht enden wollenden Strom an neuen Kindern endet. Diese informellen Kinderheime haben weder die Absicht, noch sind sie darauf vorbereitet, Kinder zur Adoption zu bringen. Um als Kinderheim zur Adoption zugelassen zu werden, muss eine Registrierung des Sozialamtes vorliegen. Die Auflagen zur Zulassung sind nach europäischem Standard äußerst gering; für die „informellen“ Häuser jedoch ein unüberwindbares Hindernis. Kindergrippen, die sich so aufgestellt haben, Kinder zur Adoption zu vermitteln, sind sehr häufig besser strukturiert, sind registriert und verfügen dann im nächsten Schritt über ein stabiles Einkommen über die Adoptionsvermittlung.

Unsere Sorge gilt Kinderheimen, die sich Waisen oder ausgesetzten Kindern annehmen, um ihnen ein zu Hause geben. Oft nehmen sie Kinder an, die über keinerlei Papiere verfügen; die Eltern sind oft unbekannt (siehe auch Kinderschicksale).

 

Beispiel eines solchen Kinderheims an „My Fathers House“    

Pastor Pierre Herard Predestin führt eine kleine Kirche im Stadtteil Girardot.

 

 

Mit der Hilfe der Mitglieder seiner Kirchengemeinde hat er eine Schule aufgebaut.

 

Im nächsten Schritt wurden Waisenkinder an ihn herangetragen.

 

Aus der Bereitschaft, sich um einige wenige Kinder zu kümmern, wurde ein Waisenhaus mit knapp 50 Kindern.

Das entstandene Kinderheim verfügt im Eingangsbereich über einen Hof zum Spielen, sich aufhalten und Wäsche zu trocknen.

 

Spielen lässt sich auch hinter dem Haus. Aus Sicherheitsgründen ist das kleine Grundstück ummauert; die Kinder bleiben innerhalb der Mauern. Nur die Größeren spielen manchmal auf der Schotterstrasse vor dem Haus Fussball.

 

Im Untergeschoss liegt der Essraum. Teller, Becher und Löffel stammen von einer Schenkung aus dem Ausland.

Das Essen ist einfach. Viel Reis und Bohnen, wenig Gemüse, selten ein wenig Fleisch. Aber meist werden alle satt. Pasteur Prédestin braucht 1 Dollar am Tag pro Kind um es am leben zu erhalten. Davon zahlt er einige Angestellte, Nahrung, Wasser und Benzin, um durch den kleinen Stromerzeuger, Licht zu haben.

Dieses Budget reicht nicht aus, wenn die Kinder medizinische Betreuung benötigen. Medikamente oder Vitamine sind nicht vorgesehen.

 

 

Auch wurden Betten und Matratzen geschenkt! Seitdem schläft jedes Kind in einem eigenen Bett.

Der Sprung von 50 auf 75 Kinder ist der Tatsache zu verdanken, dass Pasteur Prédestin Kinder eines Heimes eines anderen Stadtteiles aufgenommen hat, das die Kinder nicht mehr durchbringen konnte. Die Kinder kamen halb verhungert bei ihm an. Dank intensiver Betreuung haben alle überlebt und reihen sich wunderbar in die Gemeinschaft ein.

Pasteur Prédestin hat damit begionen, Akten für alle Kinder anzulegen. Er möchte das Kinderheim bald registrieren. Die Registrierung verschafft ihm den Status einer formalisierten Institution; Hilfe kann er dadurch alleine nicht erwarten.

 

Bilder und Text mit freundlicher Genehmigung von Pasteur Prédestin Pierre Hérard

 

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Keines der beiden Häuser kam beim Erdbeben zu Schaden. Die Kinder sind physisch wohlauf; das Trauma des Erdbebens werden sie zu ihren persönlichen Traumata verarbeiten müssen.