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Die Straßenkinder von Pétion-Ville

Seit einigen Jahren ist die Zahl der Straßenkinder in Pétion-Ville stark angewachsen. Glücklicherweise entspricht dieses Anwachsen prozentual nicht der Bevölkerungsexplosion, die in den letzten 10 Jahren hier zu beobachten war. Trotzdem kann man sie für den Großraum Port-au-Prince einschließlich Pétion-Ville auf einige Tausend schätzen. Sie leben vom Betteln, von kleinen Diebstählen und geringfügigen Jobs.

Sie lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

Kinder, die nach Pétion-Ville gebracht wurden, um in Privathaushalten als „Mädchen“ für Alles zu arbeiten (3 von 5 sind junge Mädchen) und diesen wegen unerträglicher Lebensbedingungen entlaufen sind.

Kinder, die von Zuhause ausgerissen sind, weil sie von Eltern oder Stiefeltern misshandelt wurden. Oder solchen, die den Elendsvierteln entkommen wollten, wo ihre Lebensbedingungen unter dem Terror von Verbrecherbanden (Gangs) sehr schwierig waren.

Alle wollen überleben, suchen Freiheit und Hoffnung für die Zukunft. Viele von ihnen können dieses harte Leben nicht durchstehen und werden Opfer von Misshandlungen aller Art. Verstärkt in Zeiten politischer Instabilität.



Man findet diese Straßenkinder an unterschiedlichen Stellen der Stadt: in der Nähe von Supermärkten, Nachtclubs, Restaurants, Tankstellen, auf Märkten und an Orten mit regem Autoverkehr. Sie organisieren sich zu kleinen Banden des gleichen Alters und wollen so die Bevormundung und Kontrolle durch Ältere vermeiden. Man hat festgestellt, dass sich in jüngster Zeit auch Mädchen diesen Gruppen anschließen. Für die Nacht suchen sie verlassene, baufällige Häuser, Parkplätze oder andere öffentliche Plätze als Schlafstätten. Sie vermeiden auch hier nach Möglichkeit die Begegnung mit Älteren in der Furcht, von diesen ausgeraubt zu werden.

Einige, die am hartnäckigsten Unterstützung suchen, haben vielleicht das Glück, Hilfe zu finden. Sie können dann möglicherweise einige Wochen oder Monate die Grundschule oder technische Grundkurse besuchen. Das aber verlangt von ihnen große Willenskraft und Anstrengungen; denn im Allgemeinen setzen sie ihr Dasein und den Kampf ums Überleben auf der Straße fort.

Im Alter von 12 bis 13 Jahren wird sich entscheiden, wie das Leben der Straßenkinder ohne Hilfe von Außen verlaufen wird: als Bettler, kleine Kriminelle oder Mitglieder einer Bande (Gang) mit Zugang zu jeder Art von Verbrechen. Werden sie dann auch nachts aktiv, dann kommen sie in Berührung mit Drogen , Prostitution und eventuell auch Gefängnis.

Genau diesen Kindern widmet sich unser Tageszentrum!

 

 

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