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Kinderschicksale

Die meisten Kinder, die auf der Straße leben oder das Glück hatten, in einem der Kinderheime aufgenommen zu werden, haben eine dramatische, traurige, schmerzvolle und traumatisierend persönliche Geschichte.

Nicht um Mitleid zu buhlen, nicht um Betroffenheit zu provozieren, sondern, um den Kindern Respekt zu zollen und um einen Einblick in die grausame Realität zu geben, möchten wir einige der Kinder vorstellen.

Wir verzichten auf Bilder und nennen keine Namen .

.... L. ist 3 Jahre alt und lebt seit einem Jahr im Kinderheim ... sie ist erst zurückhaltend, dann anschmiegsam ... weint ein lautloses Weinen, wenn sie traurig ist ... einziges Kind der Mutter, Vater unbekannt ... die Mutter so mittellos, so dass sie ihre Tochter nach einer kurzen Stillzeit hauptsächlich mit Sand und Erde füttert ... als L. 2 Jahre als ist, gibt sie auf und bringt sie ins Kinderheim ... L. braucht Monate bis sie sich an normale Nahrung wie Reis, Brei, Gemüse gewöhnt ....

.... B. ist 17 Jahre alt und lebt seit drei Jahren im Kinderheim ... er ist einer der Ältesten und übernimmt häufig Verantwortung für die Kleinen ... er ist ein hervorragender Zeichner ... B. kommt aus der Provinz im Norden Haitis ... vor 4 Jahren verletzt er sich dort am Fuß, nicht schlimm, es konnte aber nicht versorgt werden ... die Wunde entzündet sich und wandert das Bein hoch ... keine Mittel, ins Krankenhaus zu gehen ... als er in der Hauptstadt ankommt, um sich behandeln zu lassen, ist es zu spät ... sein Bein wird komplett amputiert ... auf Krücken geht er jeden Tag 1 Stunde zur Schule und wieder zurück ....



.... hochschwanger spricht eine Frau im Kinderheim vor und bittet inständig darum, dass ihr zukünftiges Kind aufgenommen wird ... sie hat bereits ein Kind in die Provinz geschickt, das sie nicht ernähren kann ... Vater hat sich aus dem Staub gemacht ... das Kinderheim akzeptiert und bietet medizinische Versorgung an ... trotz des Angebots entbindet die Mutter hinter der Markthalle, in der sie arbeitet und lebt ... zwei Tage später bringt sie ihren kleinen Jungen mit hoch entzündeten Nabel und Augen ....

.... M. ist körperlich behindert, geistig voll wach, anhänglich ... sie ist 12 Jahre alt ... bevor sie vor 9 Monaten ins Kinderheim kam, konnte sie wegen verwachsener Beine nicht laufen ... die Mutter trug sie regelmäßig zur Kirche ... eines Tages nach der Messe, ließ sie das Mädchen dort ... im Kinderheim lernte M. mühsam und mit viel Geduld laufen ... sie strahlt, wenn man ihr Aufmerksamkeit schenkt ... ihre Verwachsung wird nie verschwinden, mit gezielter Gymnastik jedoch kann man während der Wachstumsphase dafür sorgen, dass sie laufen und sich bewegen kann ... eine NGO bietet eine wöchentliche Therapiestunde kostenlos an ... die NGO liegt am anderen Ende der Stadt ... M. kann dort mit öffentlichen Transport nicht alleine hinkommen ....

.... als Y. 4 war, unternahm die Polizei eine Razzia in Cite Soleil, dem Slum, in dem Y. Mit seinen Eltern wohnte ... beide Eltern kamen dabei um ... einer der Polizisten erbarmte sich des Jungen, die diese schreckliche Szene mit ansehen musste und alleine in der Abwasserrinne saß ... Y. verbrachte daraufhin 9 Monate in der Hauptpolizeistation mit mehreren Untersuchungshaftzellen ... ein Polizist gab ihn schließlich im Kinderheim ab ... die ersten Monate schlief er nachts nicht ... er schlug jeden, der sich ihm näherte ... heute hat er traurige Momente, aber mehr und mehr glückliche ... ihm fehlt Nähe und Wärme ....

 

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